Sunday, September 19 2004
The Lilith Complex @ Slam Zine, Issue 09/10 2004Rating: 8 of 10
"If you can imagine SEPULTURA (in times of Arise or Chaos A.D.) fucking with IN FLAMES, BA'AL would be the product...only with a better hairstyle" Zitat Labeltext Ende. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt? Erstens sind beide Vergleiche nicht wirklich zutreffend, und zweitens gehen die Erfurter viel eher als Bastard aus HEAVEN SHALL BURN und deren legitimen Nachfolgern FEAR MY THOUGHTS durch. Diese Rolle aber spielen sie mit Bravour, denn ähnlich wie die beiden Aushängeschilder des deutschen Metalcore wissen auch BA'AL um die Kunst, wie man ein Riffbrett aus heftigem Thrash bzw. Death schnitzt, mit einer rollenden Doublebass abschleift und abschließend mit unaufdringlichen Melodie-Ornamenten verziert. Im Idealfall entstehen dabei Kracher wie "Surveillance Camera Players", "Prize Fighter", "Star Trek" oder der Titeltrack, dessen Gitarrenmelodie mich übrigens frappierend an etwas Bestimmtes erinnert, worauf ich aber im Moment nicht und nicht komme (Anm. der Band: Alle sagen, es klänge wie die Sesamstraße, vielleicht hilft Dir das irgendwie weiter...). Zudem hat man, wenn es um das Foltern der eigenen Stimmbänder geht, mit Stephan Henkel einen wirklichen Spezialisten mit an Bord, was der ganzen Chose zusätzlichen Druck verleiht. Produziert und gemastert wurde "The Lilith Complex" von Routinier Patrick W. Engel im "Rape Of Harmonies"-Studio, womit auch in punkto Sound wenige bis gar keine Fragen offen gelassen wurden. Zumindest die Trommelpelze des Rezensenten wurden anstandslos durchgefräst. Auch wenn das Album nicht mit besonders bahnbrechenden Ideen oder ausgeprägter EIgenständigkeit aufwarten kann: Die Zielgruppe wird bestens bedient, denn Spaß oder besser Ernst machen BA'AL ohne Ende.
Christoph, we send you a thousand kisses!